Der große Kommunikator!

Der Titel ist nicht ganz zufällig mit einem Ausrufzeichen versehen. Je größer die Erwartungen an das Management sind, desto bitterer sind die Enttäuschungen, wenn ebendiese nicht erfüllt werden.

Speziell Manager, die sich als geniale Kommunikatoren verkaufen wollen, laufen in Gefahr, an ihren Ankündigungen gemessen zu werden. Das ist unfair und kleinlich, aber gemessen an den harten Bandagen, welche diese Top-Manager dem normalen Fußvolk angedeihen lassen, vielleicht dann doch nur angemessen und gerecht. In unserer Geschichte geht es um einen „Hubschrauber“-Manager, der bei der Ankunft viel Staub aufwirbelt und der, sobald sich dieser gelegt hat, auch schon wieder verschwunden ist. Und ganz besonders wichtig: man muss nicht wirklich Ahnung von der Sache haben, die man verkauft, Hauptsache, man ist ein guter showman.

Wenn dieser showman dann einmal vergisst, in welcher Branche er gerade tätig ist, kann das schon mal vorkommen.

Wir wollen jetzt nicht kleinlich werden, ja?

 

Management-Nachwuchs

Wie jetzt, Karriere?

Der Begriff Management-Nachwuchs kann durchaus breit gefasst werden. Nicht immer handelt es sich bei den hoffnungsvollen künftigen Managern um Studienabgänger oder Leute, die gerade dabei sind, die Berufswelt zu erobern. Heute kann auch schon die eine oder andere spätberufene Person zu dieser Zielgruppe zählen.

Die Anforderungen an das Management haben sich im Wesentlichen über die Jahre nicht verändert: gute Ausbildung, ein starkes Netzwerk und der unbeugsame Wille, mehr zu leisten als andere. Aber es gibt da feine Unterschiede: für den einen darf die Work-Life-Balance nicht zu kurz kommen, für andere kann die Arbeitswoche nicht genügend Stunden haben.  Ein Anarcho sieht sich schon im Geld baden und ein pensionierter CEO fängt noch einmal (fast) von ganz vorne an.

Enjoy reading

 

 

Diversity

„Hallohallo“ – Fröhlichkeit ist angesagt. Die stellvertretende Vize-Chefredakteurin der Mitarbeiterzeitschrift einer Bank interviewt den CEO und macht dabei Karriere. Es ist modern, politisch korrekt und ungemein sarkastisch.

Es ist ein kleiner Blick hinter die Diversity-Strategie des einen oder anderen Kreditinstitutes (und vermutlich vieler Großunternehmen), die zeitgeistig sein wollen und müssen, aber nicht immer mit den eigenen Vorgaben mithalten können. Nicht, dass dies zu Alibiaktionen und Beförderungen führen könnte…

 

https://www.der-bank-blog.de/diversity/humor/28837/

Sire!

Ein Kamingespräch zum Thema Strategie

Für viele Franzosen ist Napoleon Bonaparte noch immer eine übergroße historische Figur. Auch wenn bei nüchterner Betrachtung die Bilanz des großen Feldherrn durch immense Verluste auf den Schlachtfeldern ziemlich verhagelt wird. Dennoch verklärt die Zeit die profanen geschichtlichen Fakten zu einer Randnotiz in der Legendenbildung.

Und so können die Manager von heute auch von dem großen kleinen Franzosen viel lernen. So seit einiger Zeit geben die Militärs den Wirtschaftsbossen in Sache Strategie Nachhilfe. Wenn taktische oder strategische Manöver auf dem Schlachtfeld erfolgreich sind, warum nicht auch im tagtäglichen Kampf um Marktanteile darauf zurückgreifen? Eben.

Napoleon war General der Artillerie und war für sein meisterliches strategisches Geschick bekannt. Allerdings setzte er auch auf die „Fortune“,  denn er erkannte, dass im Krieg wie in der Liebe nicht alles planbar ist. So fragte er bei der Bestellung eines neuen Generals: „Er ist ein hervorragender Soldat, aber hat er auch Glück?“.

Die Manager von heute brauchen ebenso Glück, um ihre Strategien zwischen ausufernden Regulierungen, FinTechs und Startups und jährlich wechselnden technischen Mega-Hypes zu positionieren. Dabei spielen die Verlängerung des Vorstandsmandates ebenso eine Rolle wie der ungetrübte Blick auf den nahenden Ruhestand oder das heimliche Hobby der Manager.

Kann der Kaiser den Spitzen der Finanzindustrie auch heute noch etwas beibringen?

Lesen Sie selbst in: Sire!

Kleine Differenzen

oder: Wo sind 500 Millionen Dollar?

Könnten Sie diese Summe gut gebrauchen? Nun, ich ebenfalls. Aber für eine Bank kann das schon eine vernachlässigbare Größenordnung sein. Eigentlich sollte es in Kreditinstituten selbst Differenzen im Cent-Bereich nicht geben, aber die – fiktive – Realität bei „Kleine Differenzen“ sieht anders aus.

Da haben wir zum einen Manager, die leider von der Aufgabe keine Ahnung haben und auf der anderen Seite die undenkbare Situation, dass in einer erfolgsgetriebenen Organisation jemand Stellung bezieht und vielleicht sogar einen Fehler zugibt. In einer modernen, transparenten, effizienten, innovativen und kommunikativen Bank.

Das interne Silodenken zwischen Vorstandsbereichen und selbst zwischen Abteilungen ist allgegenwärtig und verhindert rasche Problemlösungen. Zumal der Erfolgsbonus ja nicht für Ehrlichkeit ausbezahlt wird, sondern eben nur für geschäftlichen Erfolg.

Wenn die Führungskraft dann auch noch an einem Freitag mit schlechten Nachrichten konfrontiert wird, dann ist Feuer am Dach! Immerhin will man sich ja das Wochenende nicht vermiesen lassen, oder? Also schnell irgendwo einen Schuldigen finden, damit man wieder unbeschwert den Wochenausklang feiern kann.

Was sind schon 500 Millionen?

Bankers still have more fun

Die neuesten Geschichten

Endlich ist es da, das neue Buch „Bankers still have more fun“. Ich habe lange daran gearbeitet und nun freue ich mich, Euch den neuen Lemont vorstellen zu dürfen. Die neuesten Geschichten drehen sich wieder um die spannenden Erlebnisse von Bankern in ihrem sich immer schneller verändernden Arbeitsumfeld.

Es ist ein klein wenig wie beim Enthüllungsjournalismus, denn auch ich decke die eine oder andere lustige Geschichte auf, die so und nicht anders hätte tatsächlich auch passieren können. Ist natürlich nicht der Fall, hätte aber sein können.

Dass der Vorstand einer Großbank bei kritischen Entscheidungen tatsächlich einen „Würfel der Entscheidung“ zu Rate zieht, wäre eine böse Verleumdung. Natürlich wird im Vorstand nicht wortwörtlich gewürfelt. Aber wenn man sich aber so manches Ergebnis ansieht – könnte gut so sein.

Oder in der Geschichte „Wenn Banker fliegen“: habt Ihr schon einmal den Kampf um den Stauraum im Flugzeug miterlebt? Handgepäck lautet das Stichwort und das ist auch das Motiv der Geschichte. Bei meinen vielen beruflichen Reisen habe ich einiges miterlebt, und das möchte ich gerne mit Euch teilen. In lustigen Geschichten, ohne Gram und ohne erhobenen Zeigefinger.

In „Bankers still have more fun“ setze ich den Bankern (immer geschlechtsneutral gesprochen) ein kleines Denkmal. Meine Erkenntnis – nach nun doch einigen Jahrzehnten in der Kreditwirtschaft – lautet: Banker sind Menschen wie alle anderen auch. Nicht besser und nicht schlechter, auch wenn der Ruf der Branche seit der Finanzkrise gewaltig gelitten hat. Der Vergleich mit einem windigen Rechtsanwalt, der im Nebenberuf auch noch gebrauchte Autos verkauft, musste immer wieder herhalten, um die Imagewerte der Banker zu erklären.

„Die neuesten Geschichten“ zeigen aber auch, dass die Banker nach wie vor sehr selbstbewusst sind, und sich nicht beirren lassen. Selbst wenn einmal eine halbe Milliarde Dollar unauffindbar ist, oder wenn ein erfolgsverwöhnter Manager seinen Arbeitsalltag (fast) ganz alleine managen muss: Banker sind immer oben auf.

Die Bankbranche nüchtern zu betrachten würde ihr nicht gerecht werden. Deswegen rücke ich hier mit Ironie und Sarkasmus aus und spanne einen Bogen von allgegenwärtigen Effizienzprogrammen „Druck mich“ bis hin zum wahrhaft „Letzten Kapitel“. Als kleine Ergänzung gibt es noch eine Sammlung der besten Geschichten von Michel Lemont aus der Rubrik Humor im „Der-Bank-Blog.de„.

Viel Spaß beim Lesen und habt eine tolle Zeit mit „Bankers still have more fun„.

 

Auch Robin Hood hatte nicht immer Erfolg

Die Nein-Strategie

Ständige Ablehnung kann ganz schön nerven. Vor allem, wenn Menschen aus Prinzip „nein“ sagen. Da kann man schon manchmal verzweifeln. Aber bloß nicht ärgern, Michel Lemont schafft Abhilfe.

Für alle jene, die unter den notorischen „Ja“-Vermeidern leiden müssen, breche ich eine Lanze der Vernunft. Im täglichen Leben sind wir auf das Miteinander angewiesen und die Betonierer mit ihren eingefahrenen Positionen mögen sich selbst einen guten Dienst erweisen, der Gemeinschaft aber mit Sicherheit nicht.

Es ist nur legitim, seine eigene Meinung zu vertreten und dafür zu sorgen, dass der eigene Standpunkt nicht zu kurz kommt. Doch die Story der Nein-Strategie basiert auf der einfachen Tatsache, dass manche Personen erst gar nicht zuhören, geschweige denn Kompromisse eingehen können. Immer wieder hört man das Argument, dass diese Leute eben gute Verhandler sind. Im Endeffekt geht es aber um Egoismus und um Zeitverschwendung.

Robin Hood für diese Geschichte als Protagonisten zu verwenden, mag abwegig erscheinen, doch damals wie heute regiert in vielen Bereichen das Recht des Stärkeren, auch in unserer arbeitsteiligen, aufgeklärten Welt. Aber da höre ich schon jemand einen Einwand erheben:

Nein, nein und nochmals nein.

Kaufen Sie Goldbarren!

…oder: Die Macht der Empfehlung

Wenn Ihnen jemand empfiehlt, Ihr Geld unterm Kopfkissen zu bunkern oder im Garten zu vergraben: dann Vorsicht. Was im dunklen Mittelalter gang und gäbe war, ist heutzutage nicht mehr zu empfehlen.

Es sei denn, man ist ein moderner Jack Sparrow und hat nichts dagegen ein klein wenig ein Depp zu sein. Aye, Captain!

Gerade bei der Geldanlage ist es wichtig, sich guten Rat bei Experten zu holen. Dabei muss man nicht immer in eine Bankfiliale pilgern, sondern man kann auch auf seine persönliche Opinion Leader im privaten Umfeld hören. Woran man die guten Berater erkennt? Sie sollten in ihrem Spezialgebiet doch einigen Erfolg haben und ein umfassendes Wissen aufweisen. Wenn der persönlicher Meinungsbildner rät, Goldbarren zu kaufen und diese in der Wohnung in eine Wand einzumauern, rate ich, einfach nach einen besseren weitersuchen.

Vielleicht ist er ja gleich um die Ecke – in der nächsten Bankfiliale.

 

Houdini und der wunderbare Business Case

Die hohe Kunst der Trickserei

Ich liebe Tricks. Wer Elefanten, den Eifelturm oder die Golden Gate Bridge verschwinden lässt, hat bei mir ein Stein im Brett. Auch wenn ich weiß, dass der Eifelturm nicht wirklich weg ist, die Imagination ist alles. Jahrzehntelang hat man uns vermittelt, dass es cool ist, ein wenig zu schwindeln. Das hat vor gar nicht zu langer Zeit die cleveren von den weniger erfolgreichen Unternehmern unterschieden. Die Leute, die damals geschummelt haben, versuchen es mit gleicher Verve auch noch heute und erheben das teilweise zu ihrem Management-Stil.

Zwischen all der political correctness und dem medialen Scharfrichtertum tummeln sich die kleinen Houdinis, die sehenden Auges ihre Zahlen fälschen und sich so den einen oder anderen Vorteil sichern. Auf Kosten derer, die fair spielen (wollen).

Nun sollte man die Kirche im Dorf lassen. Immerhin: wenn jeder mauschelt, ist doch wieder alles gut, oder? Nur: unsere Gesellschaft funktioniert so nicht. Da gibt es die Superkorrekten, die nicht schlafen können, wenn sie nicht alle Vorschriften penibelst genau erfüllt haben. Und es gibt jene, die sich ihre Vorschriften selbst gestalten und meinen, die Regeln gelten für alle, nur nicht für sie selbst.

Houdini war ein großer Meister! Viele die ihn im Geschäftsleben nachahmen und den einen oder anderen Fake produzieren, sind nur Dilettanten mit einem Rechenstift, die noch nicht erwischt worden sind.

Viel Spaß beim Wunderbaren Business Case.

Ein Banker in den besten Jahren

Dieser Mann sah gut aus!

Bei diesem Artikel schwankte ich zwischen einer ein wenig wehleidig klingenden Anklage an das dem Jugendwahn huldigenden Establishments und dem von Optimismus strotzendem Ausblick auf die goldene Jahre, die vor mir liegen. Zum einen: wer heute über 40 ist, muss der Tatsache ins Auge sehen, dass der Arbeitsmarkt sehr viel selektiver geworden ist. Wer die 50 überschritten hat, sollte es sich bereits im Top-Management bequem gemacht haben. Zum anderen finde ich die Heuchelei der Unternehmen und der Politik in diesem Zusammenhang einfach nerv tötend.

Die Realität ist: Erfahrung und Netzwerk zählen bei Weitem nicht mehr so viel wie noch vor zehn Jahren, es hilft auch, nicht im oberen Gehaltsspektrum angesiedelt zu sein. Heute ist es besser für die Karriere, den billigen Jakob zu machen.  In Zeiten der absoluten Orientierung an Shareholder Value und SaaS (Strategy as a Service) macht es nicht mehr die Vision und langfristige Orientierung aus, sondern die fatale Flatline des ROI. Ein weltweites Phänomen der turbokapitalistischen Gesellschaft. Natürlich.

Wie dem auch sei: ab einem gewissen Alter müssen wir uns damit auseinandersetzen, wie wir mit unserer beruflichen Zukunft umgehen wollen. Ganz gewiss ist das nicht einfach, im Gegenteil. Immerhin geht es um Lebenskonzepte, deren Grundsteine vor zwei oder drei Dekaden gelegt wurden. Und dieses: „die einzige Konstante ist die Veränderung“ kann ich auch nicht mehr hören. Wird es doch als Begründung benutzt, um seit Jahrzehnten die kontinuierlichen Einsparungsziele zu rechtfertigen.

Daher mein Versuch, das Thema mit ein wenig Humor abzuhandeln.

Der Optimismus siegt.