Goodbye, Jean-Claude!

Brüssel ist eine sehenswerte Stadt – keine Frage. Aber noch viel mehr ist es das bürokratische Herz Europas und für Banker, die das Glück haben, in diesem Bereich zu arbeiten, sozusagen das Mekka der Regulierungen. Einige meiner Kolleginnen und Kollegen haben ihre Karrieren darauf aufgebaut, das was in Brüssel von EU-Politikern gefordert wird, in den Bankjargon zu übersetzen. Und dann konsequenter Weise in gut besuchten Symposien dem interessierten Publikum als dringend erforderliche Weiterentwicklung des Bankwesens zu verkaufen. Viele dieser Regulierungen haben lustige Entstehungsgeschichten und nicht alle mühsam erkämpften Kompromisse zwischen dem Regulator und der Bankenindustrie glänzen mit Mehrwert und Sinnhaftigkeit für die Konsumenten.

Jean-Claude Juncker ist die Gallionsfigur des bürokratischen Europas. Ein Machtpolitiker, der seine Kommission und ihre Visionen vorantreibt und grenzenlose Unterstützung gewährleistet. In der Bankenregulierung hatten die Brüsseler Beamten zugegebener Maßen leichtes Spiel. Nach der Finanzkrise 2008 waren inhaltliche Diskussionen im politischen Rahmen so gut wie unmöglich. Eine Regulationsflut war die Folge. Vieles war zum Nutzen der Konsumenten, einige Richtlinien sind aber, freundlich betrachtet, ein Stückwerk aus Kompromissen, Machtpolitik, Laientum und Unkenntnis (oder schlimmer: Negation) des Marktes.

Es wäre vermessen – und auch unangebracht – der EU-Kommission böse Absicht zu unterstellen. Ich selbst finde es toll, in Europa nun mit meinem Handy so zu agieren, als wäre in bei mir zu Hause. Wie konnte ich nur früher überleben, ohne am Strand meine Lieblingsserie über das Tablet zu streamen? Der Beifall ist hier durchaus angebracht. Jean-Claude hat mit seiner Kommission hier grandioses vollbracht.

Naiv wäre es seitens des Konsumenten anzunehmen, die Telekoms hätten – der Regulierung sein Dank – ein Geschenk für sie parat. Mit Nichten. Natürlich zahlen wir alle dieses Goodie in unseren monatlichen Rechnungen. Ob wir es nun nutzen oder nicht. Gleiches gibt ebenso für die Banken und alle anderen Branchen, die durch Regulierungen ermuntert wurden, Dinge anders (nicht immer besser) zu machen als bisher.

Mit niemand geringerem als Milton Friedman gesagt: There´s no such thing as a free lunch.

Die Begegnung der letzten Art ist eine kleine Hommage an Jean-Claude Juncker und seine Administration, die uns viel Licht, aber durchaus auch Schatten gebracht hat.

Bonne chance, Jean -Claude!

James Bond wohnt gleich um die Ecke!

Sicherheit wird bei Banken groß geschrieben

Und nicht nur dort. Spätestens seit den gezielten Cyber-Angriffen auf Flughäfen, Medienkonzerne und öffentliche Einrichtungen ist klar, dass uns der große Bruder, den Georg Orwell in „1984“ skizziert hat, tatsächlich überwacht.

Wie diese Überwachung in unseren Alltag einfließt, ist den meisten Menschen noch gar nicht bewusst. Das Geschäft mit den Informationen – im Speziellen mit den Kundendaten – läuft nicht erst seit gestern. Google, Facebook und Co. verwerten die Daten ihrer User seit deren Beitritt zu den sozialen Netzwerken und machen damit Milliardengewinne. An und für sich nichts Böses, wenn man sich der Auswirkungen als Nutzer bewusst ist. In meiner Satire „James Bond wohnt gleich um die Ecke!“ geht es um die ständige Überwachung, der wir im Beruf und im Privatleben ausgesetzt sind, ohne es zu ahnen.

Unter dem Schlagwort „Big Data“ beginnt der Kampf um diese Kundendaten und wer sie aller nutzen darf. Die von der EU-Kommission als großer Fortschritt für die Kunden verkaufte PSD2 (Payment Service Directive) ermöglicht nun auch Third Party Providern, auf sensible Daten von Bankkunden zuzugreifen.

Wenn das nicht ein Plot aus einem Bond-Abenteuer ist…

Nachzulesen im Der-Bank-Blog.de: James Bond wohnt gleich um die Ecke!