Cash, Alter!

Sind Sie ein Gläubiger? Glauben Sie an eine Welt ohne Bargeld? Oder sind sie ein Renegard, der sich abseits des Mainstreams mit einer prall gefüllten Brieftasche unerkannt unter die Massen mischt?

Heute ist das Thema Cash – kein Scherz – zu einer Glaubensfrage geworden. Und weil ich der Meinung bin, dass Religion und Politik in einem gepflegten Small Talk nichts zu suchen hat, gehen wir über zu einem weit unverfänglicherem Thema: der Sucht.

Bin ich süchtig nach Bargeld? Nö. Es war vor mehr als 20 Jahren, als mein Chef über Nacht krank wurde und ich für ihn bei einer Geschäftsreise nach Paris ohne Vorbereitung einspringen musste. Damals gab es den Euro nur als Buchgeld und ich hätte gerne französische Franc bei mir gehabt, als ich mich in Wien ins Flugzeug setzte. Doch ich hatte meine Kreditkarte bei mir und mehr sollte ich für diesen Kurztrip am Ende des Tages auch nicht brauchen. Also nein: ich glaube an die Macht der bargeldlosen Zahlungsmittel.

Trotzdem ist mir so mancher Hype suspekt. Innovative Regulatoren, Bitcoins und Blockchain und der Klimawandel, Radfahren bei Schneefall, Open-Space-Büros und agile Organisationen, Digitalisierungen ohne Plan, das Paperless Office und eben eine Cashless Society.

Nicht, dass ich mich gegen alles Neue wehre, ich möchte nur die Sinnhaftigkeit hinter einem Hype verstehen.

Nun ist es völlig nachvollziehbar, dass das Handling von Cash den Volkswirtschaften hohe Kosten verursacht. Bargeld kann gefälscht, geraubt und für Verbrechen missbraucht werden – gleiches gilt aber für Buchgeld.

Die Mentalitäten sind verschieden. Was in Oslo gut funktioniert, muss in München oder Wien nicht unbedingt der „Burner“ sein, um Carmen Geiss zu zitieren.

Warum man aber auch in unseren Breitengraden mit seiner Sucht nach Cash vorsichtig sein sollte, darüber können Sie in „Cash, Alter“ lesen.

Schatz, ich geh dann mal Geld kaufen!

Die Digitalisierung des Portemonnaies

Im Supermarkt Geld einkaufen? Ja geht denn das? Das tut es. Was sagt das über die Bankbranche aus, wenn der Supermarkt um die Ecke der bessere Cash-Lieferant ist als die gute alte Bankfiliale?

Am Ende des Tages müssen sich die Verantwortlichen in den Kreditinstituten fragen, on es sinnvoll ist, den Kontakt zum eigenen Kunden zu Gänze zu digitalisieren. Oder ist man ganz zufrieden mit der Auslagerung von kostspieligen Serviceleistungen?

Ein Interpretationsansatz von Michel Lemont im Der-Bank-Blog.de:

Schatz, ich geh dann mal Geld kaufen!