Betriebsrat müsste man sein!

Okay, okay! Ich gebe es zu. Ich bin ein großer Panagiota Petridou Fan. Meinen intellektuellen Anspruch habe ich damit aufgegeben – ist klar. Ist mir aber auch egal. Panagiota soll – nach eigenen Aussagen – eine der besten Autoverkäuferinnen Deutschlands sein. Auf Vox läuft seit einigen Jahren ihre beliebte Show „Biete Rostlaube, suche Traumauto“ in der sie Menschen hilft, ihre Rostlauben in – dreimal darf man raten! – Traumautos zu verwandeln.

Das Prinzip ist einfach. Panagiota verkauft bestmöglich die Rostlaube, kauft ein billiges Auto mit dem Erlös, motzt es auf und verscherbelt es wieder. Das macht sie mehrmals, bis aus mehr oder weniger Nichts ein ordentliches bzw. zumindest straßentaugliches Gefährt geworden ist. Die Kandidaten dürfen sich sogar wünschen, was Frau Petridou für sie organisieren soll. In den meisten Fällen klappt diese Verwandlung von Rostkarre in Traumauto gar nicht so schlecht. Das Geheimrezept der jungen Griechin: sie verhandelt auf Teufel komm raus! Wo der gute Geschmack und erziehungstechnische Barrieren dem Mitteleuropäer Grenzen setzen, beginnt das Geschick der orientalischen Mentalität.

Du willst 10, ich geb dir 5.

Aller Anfang ist leicht. Man muss sich nur trauen.

Wer sich jetzt frägt, wo zwischen Rostlauben, Traumautos und Bazar-Manier die Verbindung mit Banken und Betriebsräten zu suchen ist, dem kann geholfen werden. Auch die Betriebsräte in den Banken müssen immer härter verhandeln. Und zwar laufend, denn die Krise ist ein ständiger Begleiter der Branche geworden. Nicht so schlimm wie 2008 oder 2011, aber eine latente Bedrohung ist um keinen Deut besser als eine akute.

Statt der Finanzkrise machen jetzt die Digitalisierung und Effizienzprogramme der Branche zu schaffen. Downsizing, Rightsizing, Open-Space und Agilitätsprogramme versprechen den Shareholdern im Grunde genommen nur eines: weniger Kosten. Klingt gut, funktioniert aber selten ohne schmerzhafte Einschnitte.

Der Bankbetriebsrat, muss sich heute – wenn er seinem Namen gerecht werden will – gegen die kreativste und intelligenteste Form der Einsparung wappnen: der Personalfreisetzung. Deswegen ist es von Vorteil, als Banker einen gut ausgebildeten, frechen Personalvertreter zu haben, der auch bei Bedarf gegen den Vorstand in den Konflikt geht.

Man glaubt es kaum, aber diese Grundvoraussetzung der Konfliktfreudigkeit ist nicht immer gegeben. Und stures Blockieren führt auch bei einen Betriebsrat selten zum Ziel. Helfen kann hier ein gut abgewogenes quid pro quo. Ein Geben und Nehmen, zwischen Management und Personalvertretung.

In Der Chefverhandler gewähre ich einen kleinen Einblick in die Schulungsmaßnahmen von erfolgreichen Betriebsräten, die von der Besten lernen wollen.

Von Panagiota Petridou .

Bankers still have more fun

Die neuesten Geschichten

Endlich ist es da, das neue Buch „Bankers still have more fun“. Ich habe lange daran gearbeitet und nun freue ich mich, Euch den neuen Lemont vorstellen zu dürfen. Die neuesten Geschichten drehen sich wieder um die spannenden Erlebnisse von Bankern in ihrem sich immer schneller verändernden Arbeitsumfeld.

Es ist ein klein wenig wie beim Enthüllungsjournalismus, denn auch ich decke die eine oder andere lustige Geschichte auf, die so und nicht anders hätte tatsächlich auch passieren können. Ist natürlich nicht der Fall, hätte aber sein können.

Dass der Vorstand einer Großbank bei kritischen Entscheidungen tatsächlich einen „Würfel der Entscheidung“ zu Rate zieht, wäre eine böse Verleumdung. Natürlich wird im Vorstand nicht wortwörtlich gewürfelt. Aber wenn man sich aber so manches Ergebnis ansieht – könnte gut so sein.

Oder in der Geschichte „Wenn Banker fliegen“: habt Ihr schon einmal den Kampf um den Stauraum im Flugzeug miterlebt? Handgepäck lautet das Stichwort und das ist auch das Motiv der Geschichte. Bei meinen vielen beruflichen Reisen habe ich einiges miterlebt, und das möchte ich gerne mit Euch teilen. In lustigen Geschichten, ohne Gram und ohne erhobenen Zeigefinger.

In „Bankers still have more fun“ setze ich den Bankern (immer geschlechtsneutral gesprochen) ein kleines Denkmal. Meine Erkenntnis – nach nun doch einigen Jahrzehnten in der Kreditwirtschaft – lautet: Banker sind Menschen wie alle anderen auch. Nicht besser und nicht schlechter, auch wenn der Ruf der Branche seit der Finanzkrise gewaltig gelitten hat. Der Vergleich mit einem windigen Rechtsanwalt, der im Nebenberuf auch noch gebrauchte Autos verkauft, musste immer wieder herhalten, um die Imagewerte der Banker zu erklären.

„Die neuesten Geschichten“ zeigen aber auch, dass die Banker nach wie vor sehr selbstbewusst sind, und sich nicht beirren lassen. Selbst wenn einmal eine halbe Milliarde Dollar unauffindbar ist, oder wenn ein erfolgsverwöhnter Manager seinen Arbeitsalltag (fast) ganz alleine managen muss: Banker sind immer oben auf.

Die Bankbranche nüchtern zu betrachten würde ihr nicht gerecht werden. Deswegen rücke ich hier mit Ironie und Sarkasmus aus und spanne einen Bogen von allgegenwärtigen Effizienzprogrammen „Druck mich“ bis hin zum wahrhaft „Letzten Kapitel“. Als kleine Ergänzung gibt es noch eine Sammlung der besten Geschichten von Michel Lemont aus der Rubrik Humor im „Der-Bank-Blog.de„.

Viel Spaß beim Lesen und habt eine tolle Zeit mit „Bankers still have more fun„.