Zeiträuber voraus – Aye aye, Captain!

Jack Sparrow hatte es ja gut. Er war, so zeigen es zahlreiche zeitgeschichtliche Dokumentationen, die meiste Zeit ziemlich blau und auch – wenn ich das so unverblümt sagen darf – ziemlich gaga. Ideale Voraussetzungen für einen Seeräuber.

Die Räuber der Jetztzeit sind da weniger gnädig und kommen auf leisen und nüchternen Pfoten daher. In Zeiträuber berichte ich – wie immer frei erfunden – über die Creme de la Creme jener Gattung von Kolleginnen und Kollegen, die sich gnadenlos über uns hermachen und uns das liebest rauben, was wir in unserem harten Bankeralltag haben: unsere Zeit.

Der Vergleich mit dem Priaten der Karibik kommt nicht von ungefähr: Du segelst so dahin, ganz entspannt und kommst deinem Tagewerk nach. Die Sonne scheint, es ist herrlich warm und kein Wölkchen ist am Himmel zu sehen. Und doch droht Unheil. Denn am Horizont erscheint das gefürchtete Zeichen der Piraten: die Totenkopfflagge – oder verniedlichend auch
Jolly Roger genannt!

Was tun? Fliehen? Kämpfen? Jetzt ist guter Rat teuer. Wer sich im Voraus schon clevere Strategien überlegt hat, ist jetzt fein raus.

Gegen Zeiträuber habe ich die eine oder andere wirksame Maßnahme erarbeitet. Und natürlich auch in der Realität bereits erprobt. Nun ist es an der Zeit, diese Strategien mit all jenen zu teilen, die ebenfalls unter den Freibeutern des Büroalltags leiden.

Ich rufe euch zu: auf ins Gefecht. Versenkt die Zeiträuber! Oder macht euch davon, solange es noch geht.

Aye, aye, Captain!

Lass uns darüber reden…

…aber ich bin doch Vorstand!

 

Lassunsdarüberreden

Das Leben ist eines der härtesten. Da hat man (fast) alles erreicht und dann muss man doch endlos lange Diskussionen führen, bis schlußendlich das passiert, was man anordnet? Scheuen wir Mitteleuropäer uns vor klaren Ansagen und Befehlsketten? In „Lass uns darüber reden…“ macht eine Führungskraft seinem Vorstand das Leben schwer.

Warum?

In München sagt man: „Wer ko, der ko!„. Dieser Ausspruch vom Kutscher Franz Xaver Krenkl gegenüber Kronprinz Ludwig zeigt, das Hierarchie nichts ist als ein schwammiges Kosntrukt – wenn man das richtige Gegenüber hat! Einfach gesagt: ein gute Banker erkennt in Sekundenschnelle (ganz unabhängig von Unternehmenskulturen und Führungsstilen) was geht und was nicht. Und wenn´s geht (wenn ma ko), dann macht man halt dem Vorgesetzten das Leben schwer.

Natürlich will niemand eine Ja-Sager-Kultur, schon gar nicht bei Führungskräften! Doch bei mancher Diskussion geht es nur ums Prinzip, gar nicht darum, recht zu haben! Es geht nur darum, andere zu dominieren. Selbst wenn die andere Person im Top-Management sitzt.