Lass uns darüber reden…

…aber ich bin doch Vorstand!

 

Lassunsdarüberreden

Das Leben ist eines der härtesten. Da hat man (fast) alles erreicht und dann muss man doch endlos lange Diskussionen führen, bis schlußendlich das passiert, was man anordnet? Scheuen wir Mitteleuropäer uns vor klaren Ansagen und Befehlsketten? In „Lass uns darüber reden…“ macht eine Führungskraft seinem Vorstand das Leben schwer.

Warum?

In München sagt man: „Wer ko, der ko!„. Dieser Ausspruch vom Kutscher Franz Xaver Krenkl gegenüber Kronprinz Ludwig zeigt, das Hierarchie nichts ist als ein schwammiges Kosntrukt – wenn man das richtige Gegenüber hat! Einfach gesagt: ein gute Banker erkennt in Sekundenschnelle (ganz unabhängig von Unternehmenskulturen und Führungsstilen) was geht und was nicht. Und wenn´s geht (wenn ma ko), dann macht man halt dem Vorgesetzten das Leben schwer.

Natürlich will niemand eine Ja-Sager-Kultur, schon gar nicht bei Führungskräften! Doch bei mancher Diskussion geht es nur ums Prinzip, gar nicht darum, recht zu haben! Es geht nur darum, andere zu dominieren. Selbst wenn die andere Person im Top-Management sitzt.

Ein Banker in den besten Jahren

Dieser Mann sah gut aus!

Bei diesem Artikel schwankte ich zwischen einer ein wenig wehleidig klingenden Anklage an das dem Jugendwahn huldigenden Establishments und dem von Optimismus strotzendem Ausblick auf die goldene Jahre, die vor mir liegen. Zum einen: wer heute über 40 ist, muss der Tatsache ins Auge sehen, dass der Arbeitsmarkt sehr viel selektiver geworden ist. Wer die 50 überschritten hat, sollte es sich bereits im Top-Management bequem gemacht haben. Zum anderen finde ich die Heuchelei der Unternehmen und der Politik in diesem Zusammenhang einfach nerv tötend.

Die Realität ist: Erfahrung und Netzwerk zählen bei Weitem nicht mehr so viel wie noch vor zehn Jahren, es hilft auch, nicht im oberen Gehaltsspektrum angesiedelt zu sein. Heute ist es besser für die Karriere, den billigen Jakob zu machen.  In Zeiten der absoluten Orientierung an Shareholder Value und SaaS (Strategy as a Service) macht es nicht mehr die Vision und langfristige Orientierung aus, sondern die fatale Flatline des ROI. Ein weltweites Phänomen der turbokapitalistischen Gesellschaft. Natürlich.

Wie dem auch sei: ab einem gewissen Alter müssen wir uns damit auseinandersetzen, wie wir mit unserer beruflichen Zukunft umgehen wollen. Ganz gewiss ist das nicht einfach, im Gegenteil. Immerhin geht es um Lebenskonzepte, deren Grundsteine vor zwei oder drei Dekaden gelegt wurden. Und dieses: „die einzige Konstante ist die Veränderung“ kann ich auch nicht mehr hören. Wird es doch als Begründung benutzt, um seit Jahrzehnten die kontinuierlichen Einsparungsziele zu rechtfertigen.

Daher mein Versuch, das Thema mit ein wenig Humor abzuhandeln.

Der Optimismus siegt.

Krisensitzung im Bankvorstand – Alea iacta est

Kuriose Entscheidungsfindung in Banken

Wollten Sie schon immer wissen, wie so eine Krisensitzung im Bankvorstand abläuft? Dann halten Sie sich fest: es ist ein gnadenlos objektiver, konstruktiver Vorgang, der frei von jeder Emotion und Eitelkeit ist.

Es gibt keine Schuldzuweisungen, gute Ideen werden offen diskutiert und – wie bei Erwachsenen üblich – nach dem Abwegen der Vor- und Nachteile gemeinschaftlich auf den Weg gebracht. Ist das Leben nicht schön?

Tatsächlich habe ich davon gehört, dass die eine oder andere Krisensitzung doch etwas unharmonischer geführt wurde. Noch immer sind Vorstände nicht dagegen gefeit, ihre Claims zu verteidigen, was rasch als Silodenken missinterpretiert wird. Nicht war jemals falscher!

Aber es gibt Hoffnung. In ganz verzweifelten Situationen kommt den gestressten Spitzenmanagern ein Superheld zu Hilfe. Wir Normalsterblichen nennen ihn Zufall oder im Bankjargon: den Würfel der Entscheidung.

Mit den drei Entscheidungshilfen: „Ja“, „Nein“, „Ich brauche mehr Details“ kommt man locker durch jede Sitzung und ist am Ende des Tages ein Top-Entscheider vor dem Herrn.

Aber lesen Sie selbst: Krisensitzung im Bankvorstand – Alea iacta est